Vereinschronik

Im 7. April 1972 fanden sich in der Gaststätte Watteler in Eschweiler ü. Feld etwa 30 Dorfbewohnerinnen und Bewohner zusammen. Ingo Kaiser hatte aufgerufen, alle die an einer Turnsporteinrichtung in unserem Ort interessiert waren, zusammenzukommen. Es liegt keine Niederschrift dieser ersten Zusammenkunft vor. Wir wissen aber, daß es die Gründungsversammlung des heutigen Turnvereins war.

Der Turnsport war in unserem Ort schon lange Zeit Bestandteil von Vereinsaktivität. So bestand bereits um 1911 ein Turnverein im Ort, über dessen Aktivitäten Aufzeichnungen und Bilddokumente vorliegen, die bis 1925 zurückreichen. Die letzten Berichte enden mit den Wirren des zweiten Weltkrieges.

Die erste Versammlung 1972 also, gab den Start für eine neue dörfliche Einrichtung. Es wurde ein nach dem Vereinsrecht wirksamer Verein gegründet.

Ingo Kaiser war der erste 1.Vorsitzende. Der weitere Vorstand setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen.

Loni Mevis stellv. Vorsitzende
Hermann-Josef Pingen Oberturnwart
Maria Könen Kassenwartin
Harm Bethlehem Schriftführer
Fritz Könen Sozial- und Pressewart  

Es dauerte nicht lange, da wurden die ersten Turnstunden angeboten. Ein in der neuen Grundschule zur Verfügung gestellter Klassenraum war das erste Dach über dem Kopf des jungen Vereins. So lud am 16.10.72 Ingo Kaiser alle sportbegeisterten Damen und Herren zum „Jedermannturnen“ Donnerstags um 20.00 Uhr ein. In der Hauptsache sollten gymnastische Übungen eingeprobt werden, aber auch „das Gesellschaftliche und die Fröhlichkeit wird gefördert“, so lautete die Einladung. Das war also ein neues Angebot für alle Eschweiler. Neben der körperlichen Ertüchtigung wollte der Verein Geselligkeit pflegen und bildete damit gleich einen wichtigen, bis zum heutigen Tag, wirksamen sozialen Eckpfeiler unseres Dorfgeschehens. Für die Kinder wurde und wird bis heute jedes Jahr eine Nikolausfeier abgehalten. Man bot Wandertage an, an denen nicht selten über 100 Mitbewohner unseres Ortes teilnahmen.

Bald zählte man über hundert Mitglieder. Kinderturnen, Leichtathletik und Erwachsenenturnen riefen schnell weitere Interessenten, so dass der als Turnraum dienende Klassenraum schnell die Grenzen weiteren Wachstums und Angebots aufzeigte.

1973 stellte man an die Gemeindeverwaltung Nörvenich den Antrag für einen neuen Turnraum. Aus dem Kompromiss der damaligen finanziellen Situation der Gemeinde und des noch jungen TV Eschweiler, bot man an, die leerstehenden Klassenräume der alten Grundschule aus- und umzubauen. Es entstand ein für damalige Verhältnisse ausreichendes Platzangebot, dass wir auch stolz „Turnhalle“ nannten.

Eine beachtliche Delegation, angeführt durch die „Altersturner“ Matthias Geuenich, Peter Geuenich und Franz Braun, besuchten im Sommer 73 das Deutsche Turnfest in Stuttgart. Der Verein erhält eine, in ihren Grundzügen heute noch gültige Satzung.

Am 14. Juli 1974 wurde der neue Turnraum feierlich eingeweiht. Unser damaliger Pastor, Wilhelm Pohl, spendete den Segen der Kirche dazu. Dem Verein gehörten zu diesem Zeitpunkt bereits über 190 Mitglieder an.

Es fehlte natürlich nach wie vor an allen Ecken und Kanten. Ausrangierte Turngeräte steuerten andere Vereine bei. Das wichtigste war aber, fachlich qualifizierte Übungsleiter einer immer größer werdenden Interessenschar zur Verfügung zu stellen. Christa Nesselrath, Renate Nesselrath, Franz-Bert Nesselrath und Hermann-Josef Pingen erwarben über den Turngau Düren eine Trainerlizenz. Die Entwicklung unseres TV war nicht mehr aufzuhalten. An ersten Wettkämpfen wurde teilgenommen, bzw. Turnveranstaltungen anderer Vereine wurden besucht. Mit der Eschweiler Bevölkerung führte man eine Wanderung in die Eifel durch.

1975 gab es einen Wechsel in der Vereinsführung. Hermann-Josef Pingen wurde neuer 1. Vorsitzender und Volker Henneberger Schriftführer. Es spielte zum erstenmal eine Tischtennis-Herrenmannschaft in der Kreisliga mit. Diese Abteilung trug nach einem halben Jahr Training unter Erich Botz, zum erstenmal in größerem Rahmen die Vereinsaktivitäten nach außen. Tischtennis erfreute sich regen Zuspruchs. Es gab Kinder-, Frauen- und Herrenmannschaften, die von da an jedes Jahr einen von Jakob Mevis gestifteten Dorfpokal ausspielten.

Der TV wird in das Vereinsregister des Amtsgerichts Düren eingetragen.

1976 spielten bereits 3 Mannschaften der Tischtennisabteilung in den entsprechenden Kreisklassen. Leichathletikveranstaltungen, Jugend- u. Kinderturnfeste wurden besucht. So nahmen z. B. im Mai 29 Kinder unseres Ortes an einem Sportfest des TV Kreuzau teil.

Die Wanderangebote des TV erfreuten sich bei der Dorfbevölkerung immer größerer Beliebtheit. Es wird eine herzerfrischende Geselligkeit gepflegt. „Anekdötchen“ werden heute hierzu noch erzählt. In der Jahreshauptversammlung im März, wurde Josef Blatzheim zum stellv. Vorsitzenden gewählt. Klaus Weingartz übernimmt die Aufgaben des Geschäfts- und Schriftführers. 

1977 = 5 Jahre Turnverein Eschweiler ü. Feld. Aus dem „Senkrechtstarter“ ist eine Institution in der Gemeinde Nörvenich geworden. Aus diesem Anlass fand im Juni ein Kinderturnfest statt. In einer kleinen Feierstunde, in Verbindung mit der Nikolausfeier, lässt man die 5 Jahre nochmals Revue passieren. Zum ersten Mal wurde eine Nachtwanderung rund um Eschweiler durchgeführt.

1978 wird Heinz Dinges neuer Geschäfts- und Schriftführer des Vereins. Mit großem Einsatz begleitet er diese Funktion. Franz-Bert Nesselrath übernahm die sehr erfolgreiche Tischtennisabteilung. Zwei Vereinsmitglieder erwarben das Turnmehrkampfabzeichen in Gold, zwei in Silber und einer in Bronze.

1979-1980 feierte die Tischtennisabteilung ihre bis dahin größten Erfolge. Die Jugendmannschaft wurde Kreisjugendmeister. Die Leichtathleten formierten sich unter Engelbert Weingartz zu einer Abteilung innerhalb des TV. Wiederum wurden im Laufe des Jahres mehrere Wanderungen angeboten, die eine starke Resonanz fanden. Mit den Kindern fuhr man ins Hänneschen Theater nach Köln. Seit einigen Jahren betrieb der Verein im übrigen für unseren Ort aktiven Umweltschutz. Er sammelte turnusmäßig sämtliches Altpapier aller Haushalte ein. Ebenso gestaltete der TV schon mehrere Jahre den Rosenmontagszug mit.

1981 gab es einen Wechsel in der Vereinsführung. Hermann-Josef Pingen gab nach 7 Jahren sehr erfolgreicher Arbeit seine Aufgaben in die Hände von Engelbert Weingartz. H.J. Pingen hat die Entwicklung des Vereins in diesem Zeitraum entscheidend mitgeprägt. Sein Schwerpunkt lag auf sportlicher Ebene. Unter seiner Führung konnten die bisher größten sportlichen Erfolge erzielt werden. Engelbert Weingartz wurde in der Hauptversammlung im März 1981 zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Er konnte diese Aufgabe aus beruflichen Gründen nur bis zum Sommer 1981 übernehmen. Josef Blatzheim übernahm im September kommissarisch die Vereinsführung. Peter Scholz wurde stellv. Vorsitzender, Renate Nesselrath Schrift- und Geschäftsführerin.

An der Südseite der Turnhalle entsteht ein neuer Geräteraum.

1982 wurden Josef Blatzheim als 1. Vorsitzender und Peter Scholz als Stellvertreter von der Jahreshauptversammlung bestätigt. Der neue Geräteraum wurde fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben. Lang notwendige Geräte konnten nun angeschafft werden, auf die man bisher aufgrund Platzmangel verzichten mußte. Elke Junkersdorf (Rabentschuk), Margret Blatzheim (Klinkhammer), Dorothea und Peter Scholz, legten beim Kreissportbund Düren erfolgreich ihre Prüfung als Übungsleiter ab.

1983 übernahm Volker Henneberger die Geschäfts- und Schriftführung des Vereins. Die jungen Leichtathleten besuchten mit großem Erfolg wieder Wettkämpfe. Im Sommer fand auf der Gymnastikwiese der Schule ein Spielfest für „Jung“ und „Alt“ statt.

1984-1990. Der Verein leidet immer stärker an den unzureichenden Räumlichkeiten in der „alten Turnhalle“. So fällt ein Jahr nach dem Aufstieg in die zweite Kreisklasse die Tischtennisabteilung auseinander. Die Lichtverhältnisse und fehlende Sanitäreinrichtungen entsprechen nicht mehr dem geforderten Standard. Die Arbeit konzentrierte sich auf den Kinder und Seniorenbereich. Unter Leitung und großen Engagement von Christine Albrecht entstand eine Seniorinnengruppe. Christa Merten führte eine Mutter- und Kindgruppe ein. Die Leichtathleten waren die „Medaillenabräumer“ im Kreis Düren. Auch hier hatte Christa Merten über Jahre hervorragende Aufbauarbeit geleistet. So holte Melanie Becker 1990 den ersten Kreismeistertittel für den Verein.

Gemeinsam mit der Grundschule wurde am 5.12.1985 ein Antrag an die Gemeindeverwaltung Nörvenich zur Erstellung einer neuen Turnhalle gestellt. Die Grundschule lebte nun auch schon 13 Jahre mit dem Kompromiss „Alte Turnhalle“. Der TV stagnierte in seiner Entwicklung. Trotzdem war es erstaunlich, dass über 240 Mitglieder sich zu ihm verbunden fühlten.

1991-1997. Endlich, ein lang ersehnter Wunsch begann sich zu erfüllen. Immer Sommer 1992 war Baubeginn der neuen

Schulsporthalle auf der Gymnastikwiese unserer Grundschule. Im Sommer 1994 wurde die Halle feierlich eingeweiht. Nach den Sommerferien stand sie dem Turnverein zu Verfügung. Wir erlebten eines der entscheidendsten Jahre in der Vereinsgeschichte. Es kam in kurzer Zeit zu enormem Zulauf. In diesem Jahr kamen alleine 50 neue Mitglieder zu uns. Endlich konnte das sportliche Angebot derart erweitert werden, so daß auch die Interessen abgedeckt werden konnten, die bisher hinten anstanden.

Die Seniorinnengruppe, zwischenzeitlich von Annemie Butzküven übernommen, ist wieder zum Treffpunkt vieler Menschen geworden, die neben zielgerichteter Bewegung, Geselligkeit und Frohsinn pflegen. Sie bringt somit Freude und Spaß in den wohlverdienten Lebensabend.

Mädchenturnen, Jungenturnen und Leichtathletik erlebten einen starken Aufschwung. So errang die Leichtathletik in den letzten Jahren viele Kreismeistertitel, entdeckte und förderte Talente, die heute in großen Vereinen ihre Leistungen ausbauen.

Es konnten gerade für Jugendliche Trendsportarten, wie Basketball oder Volleyball angeboten werden. Erwachsene treffen sich zur Gymnastik oder Aerobic. Neue Übungsleiter kamen hinzu. Beim Mutter- und Kindturnen sind häufig bis zu 50 Teilnehmer in der Halle.

Im Herbst 1994 und 1996 präsentierte sich der Turnverein zum ersten Mal mit Schauturnen der Eschweiler Bevölkerung. Vor vollem Haus konnte endlich gezeigt werden, was Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim TV alles lernen und mit ihren Übungsleitern einstudiert hatten. So mancher Besucher wurde bei diesen Veranstaltungen ins Staunen versetzt.

Der Turnverein Eschweiler ü. Feld blickt heute auf 25 Jahre erfolgreiche Tätigkeit zurück. Arbeit die manche Früchte getragen hat. Sei es der sportliche Erfolg der Athleten, die vielleicht deren Entwicklung mitgeprägt hat oder sein Engagement am dörflichen Geschehen. Die aktive Unterstützung aller Dorfvereine, ob im Karneval oder beim Pfarrfest, mit dem TV konnte man immer rechnen und das gilt auch weiterhin für die Zukunft. Unsere Mitgliederzahl geht heute Richtung 400.

Seit 1982, also 15 Jahre lang, liegt die Vereinsführung in den Händen von Christa Merten, Josef Blatzheim, Volker Henneberger und Peter Scholz. Eine lange Zeit kooperativer, freundschaftlicher Zusammenarbeit. Wir hoffen, dass wir auch die Zukunft mit Ihnen Allen gemeinsam gestalten können.

Lassen Sie uns gerade heute mit dem Deutschen Turnergruß schließen, der da heißt:

Frisch! Fromm! Fröhlich! Frei!

Er steht auch heute noch als Synonym für die Aufgaben eines Turnvereins in unserer Gesellschaft.